Weg zur Reformation

Auf dem Weg zur Reformation

In der Kirche gab es immer wieder Differenzen in Glaubens- und Machtfragen und daraus resultierend auch gleichzeitig herrschende Päpste. Die Gefahr einer Spaltung durch die sich bekämpfenden Päpste Eugen IV. und Felix V. erschien den regierenden Königen und Fürsten größer als die Missstände in der Kirche unter einem Papst. Das Lutherdenkmal in Worms – es wurde von Ernst Rietschel geschaffen und am 25. Juni 1868 enthüllt – gilt neben dem internationalen Reformationsdenkmal in Genf als das weltweit größte. Anhand dieses Denkmals kann man Geschichte und Vorgeschichte der Reformation gut erklären.

Die Zentralfigur des Denkmals ist der Reformator Martin Luther, im Predigtrock dargestellt, er hält mit der linken Hand die Bibel, auf die er die rechte Faust gelegt hat Am Fuße des Sockels sitzen vier Männer, die man als „Vorreformatoren“ bezeichnen kann: Petrus Waldus, Begründer der dem Armutsideal verschriebenen Waldenser. Diese religiöse Laiengemeinschaft des 12. Jahrhunderts wurde damals von der katholischen Kirche verfolgt. John Wyclif, ein Engländer, der im 14. Jahrhundert auf eine Reform der Kirche hinarbeitete, war der bedeutendste geistige Vorläufer der Reformation. Johann Hus, ein Tscheche, der als Anhänger von Wyclif und wegen Verbreitung ketzerischer Gedanken über die Sakramentenlehre 1415 beim Konzil zu Konstanz verbrannt wurde. Hieronymus Savonarola, ein Italiener, der als Prior von San Marco in Florenz scharfe Kritik am verweltlichten Papsttum übte und 1498 als Ketzer verbrannt wurde. Die Schweizer Reformatoren Huldrych Zwingli, Johannes Calvin und Johannes Oekolampad, die durch eine andere politische Situation in Zürich geprägt waren, hatten die Reformation und die Reform des Gottesdienstes hier 1525 abgeschlossen. Der Kampf ging jedoch weiter. Rechts und links vorne stehen die beiden wichtigsten protestantischen Fürsten und Schutzherren: Luthers Friedrich der Weise und Philipp der Großmütige, die sächsischen Kurfürsten. Und natürlich sind auch die Mitstreiter und engsten Freunde Luthers mit auf dem Denkmal: Philipp Melanchthon, Justus Jonas und Johannes Bugenhagen.