Standkreuz Gassner

STANDKREUZ DES PFARRERS GASSNER

 Im Besitz der Stadtpfarre befindet sich ein weiteres Standkreuz, das durch ein angebrachtes Wappen als Stiftung des Pfarrers Johann Jacob Gassner (1639 bis 1651) ausgewiesen wird und auch zu dieser Zeit in einer Freisinger Werkstätte entstanden sein dürfte. Seine ursprüngliche Verwendung ist unklar, doch lässt das ikonographische Programm mit der Gegenüberstellung des Opfers Christi mit dem Opfer Abrahams auf eine Verwendung als Altarkreuz vermuten.

 

Das Kreuz mit einer Gesamthöhe von 80,5 cm erhebt sich über einem hochrechteckigen Sockel mit Volutenrahmung und trägt auf der Vorderfläche ein Flachrelief „Opfer Abrahams“ aus getriebenem Silberblech. Auf den seitlich angestellten beiden Voluten stehen zwei gegossene Putti aus Silber. Auf den Flächen Silberappliken von Früchtebündeln, Blattranken und in den Gesimsen Widderköpfe. Am Fuß des Kreuzstammes liegt ein gegossener silberner Totenkopf mit gekreuzten Schlüsselbeinen. Darüber Wappenschild des Pfarrers J. J. Gassner mit Initialen „I(ohannes) I(acobus) G(assner) * C(anonicus) E(cclesiae) F(risingensis) C(uravit)“; Das Wappen zeigt links einen steigenden, gekrönten Löwen und rechts eine Spitze mit begleitenden Lilien. Als Helmzier ein steigender gekrönter Löwe mit Lilie in der erhobenen rechten Tatze.

Das Kreuz erinnert an jenen Pfarrer, der zur Verstärkung der Seelsorge die Kapuziner nach Waidhofen rief ihnen bei der Errichtung der Niederlassung zur Seite stand. Gassner begann 1648 die Sterbefälle in einem Buch aufzuzeichnen. Mit der Errichtung des Kapuzinerkonvents ab 1644 kann die katholische Erneuerung in Waidhofen als abgeschlossen betrachtet werden. 1658 ernannte Bischof Sigismund von Freising und Regensburg Gassner zu seinem Generalvikar in geistlichen Angelegenheiten. Als solcher starb er  1667.

 

Dechant Mag Herbert Döller