Sieben freie Künste

1501

Philosophisches Grundstudium

Die finanzielle Situation der Familie Luder erlaubte es, dass Martin ein Studium an einer renommierten Universität wie Erfurt beginnen konnte. Luder erhielt 1502 das Bakkalaureat, den ersten akademischen Grad, in den „sieben freien Künsten“, die die Grundlage für jedes weitere Studium waren. 1505 wurde er Magister der Geisteswissenschaften, um dann das vom Vater gewünschte Jurastudium zu beginnen, das ihm dann auch zu einer guten gesicherten Existenz als Jurist samt einer reichen Heirat verhelfen sollte.

Aber das Jusstudium war nur eine Episode von ein paar Wochen!!!

Was ist das Studium der Sieben freien Künste?

Die Sieben Freien Künste, septem artes liberales, sind ein in der Antike entstandener Kanon von sieben Studienfächern. Aus den Freien Künsten resultirte traditionell die einem freien Mann ziemende Bildung, ihre Siebenzahl ist aber erst in der Spätantike bezeugt. Im mittelalterlichen Lehrwesen galten sie als Vorbereitung auf die Fakultäten Theologie, Jurisprudenz und Medizin.

  1. Grammatik: Lateinische Sprachlehre und ihre Anwendung auf die Werke der klassischen Schulautoren
  2. Rhetorik: Redeteile und Stillehre, ebenfalls mit Beispielen aus den Schulautoren
  3. Dialektik bzw. Logik: Schlüsse und Beweise auf der Grundlage der logischen Schriften
  4. Arithmetik: Zahlentheorie, Zahlenarten, Zahlenverhältnisse und auch praktisches Rechnen
  5. Geometrie: euklidische Geometrie, Geographie, Vermessung
  6. Musik: Musiktheorie und Tonarten u.a. als Grundlage der Kirchenmusik
  7. Astronomie: Lehre von den Sphären, den Himmelskörpern und ihren Bewegungen, unter Einschluss der Astrologie

Foto © wikipedia