Lucas Cranach

Lucas Cranach – der Bildreporter der Reformation

Der 1472 in Oberfranken geborene Lucas Cranach der Ältere und seine Werkstatt fertigten eine schier unüberschaubare Fülle an Porträts seiner Dienstherren sowie der Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon. Cranach und seine Werkstatt fertigten auch Bilder religiösen Inhaltes. Durch diese Gemälde das neue Medium Buchdruck wurden der Gründer, die Inhalte und die Vertreter der Reformation erstaunlich schnell verbreitet.

Die Frömmigkeit der Zeit

Ein sehr schönes Beispiel eines religiösen Bildes ist das Epitaph des Heinrich Schmitburg aus der Leipziger Nikolaikirche: Der Sterbende. Die Bildmotive sind rätselhaft und vermengen mehrere Ebenen der Realität. Es sind jeweils auch Szenen dargestellt, die wohl nur in der Vorstellung der Dargestellten oder sich gar trenszendent abspielen. Den weitaus größeren Teil des Bildes nimmt eine Sterbeszene ein. Ein junger Mann mit entblößtem Oberkörper liegt frontal zum Betrachter in einem Bett mit weißen Laken und Kissen und einer roten Decke. Um ihn herum machen sich verschiedene Figuren zu schaffen, die teilweise der Realität angehören, zum Großteil aber nicht. Doch für den Sterbenden sind sie wohl alle real. Dem Priester, der zu seiner Rechten herantritt schaut ein Engel über die Schulter. Etwas abseits sitzt ein junger Mann mit einem Schriftstück. Am Fußende des Bettes, im Vordergrund des Bildes befindet sich ein Möbelstück mit Laden,  an das eine gut gekleidete Dame (ihr Kleid ist mit Pelz besetzt) mit weißer Haube herantritt. Über die  Lade oder Truhe beugt sich ein Mann, der dem Betrachter den Rücken zuwendet. Er  scheint darin etwas zu suchen. Rechts von ihm macht sich ein weiterer Mann an einem weiteren Möbelstück zu schaffen. Die drei Figuren im Vordergrund scheinen wenig Anteil am Sterben der Hauptperson zu nehmen. Mehr am Seelenheil des Sterbenden – oder dessen Gegenteil- scheinen die Figuren interessiert zu sein, die von rechts an die linke Seite des Sterbenden herantreten. Ein rot gekleideter Mann und ein Gefolge von Monstern, die sich aus der Luft her bis ans vordere Bettende verteilen. Das auffälligste und größte Monster hat ein riesiges Maul aus dem eine gehörnte Figur, wohl der Teufel selber, zu kommen scheint. Im „Himmel“ darüber wimmelt es von weiteren Figuren. In der Mitte erscheint in der Mandorla die Dreifaltigkeit: Gottvater mit der dreistöckigen Krone mit der Taube des Heiligen Geistes und darunter Christus mit ausgebreiteten Armen. Der Unterkörper des nackten Gottessohnes verschwindet unter dem Mantel Gottvaters, die ganze Dreieinigkeit steht auf der Erdkugel. Rundherum haben in Wolken Engel und Heilige Platz genommen. Auf der linken Seite schweben weibliche Heilige, teilweise beschriftet, rechts männliche, allen voran Johannes der Täufer. Vor dem Hintergrund des Wissens um die Glaubensinhalte der Reformation kann man das Bild zu deuten versuchen: Von links tritt wohl der evangelische Geistliche mit dem Engel und himmlischer Verstärkung heran. Der katholische Geistliche wird anscheinend von Ausgeburten der Hölle begleitet. Der Sterbende wendet sich wohl dem evangelischen Glauben und somit der himmlischen Gnade zu. Der katholische Glaube mit seiner Angstmacherei vor der Hölle hat anscheinend bei ihm keine Chance. Das obere Viertel des Bildes nimmt eine zweiteilige Darstellung ein. Ein Gemälde das oben halbkreisförmig abschließt. Rundumlaufend ein schwarzer Rahmen mit Inschrift. In den durch die halbrunde Form entstandenen Zwickeln sind in Grisaille- Malerei zwei Porträts im Profil einander zugewandt. Im halbrunden Bildfeld spielt sich ebenfalls sowohl eine reale Szene als auch eine, die aus dem Glauben der hier Dargestellten resultiert, ab. Zwei Frauen und drei Männer knien  vor einem kleinen kirchenartigen Gebäude, aus dessen seitlicher Tür eine Figur tritt. Diese Figur und das Gebäude sind im Verhältnis zu den Knienden zu klein. Darüber erscheint in einer von Cherubim bestückten Gloriole die gekrönte, sitzende Madonna im blauen Mantel mit dem Jesuskind.

Mit den 10 Geboten hat Lukas Cranach ein weiteres höchst interessantes religiöses Werk geschaffen, deren Szenen mehrere Realitätsebenen beinhalten. Auf dem querformatigen Bild sind 10 quadratische Szenen so angeordnet, dass jeweils zwei übereinander liegen und fünf nebeneinander. Vom linken unteren Bild spannt sich ein kreisrunder Bogen über die oberen Bilder von zum rechten unteren Bild und endet oder beginnt jeweils in einem Wappen. Der Bogen wirkt rundplastisch und die Motive werden über den Bogen fortgeführt, als würde sich die Leinwand hier über den Bogen wölben – oder als läge ein Bogen aus Glas darüber. Die Wirkung ist jedenfalls erstaunlich. Dargestellt sind 10 Szenen, welche die Gebote illustrieren. Auf der ersten Darstellung links oben sieht man, wie Moses die Gesetze überreicht werden, und links davon knien zwei Männer vor einer Säule mit einer heidnischen Götterstatue. Hier ist der Himmel offen und Gott selber tritt in Aktion. Die Szenen, auf denen je nach Verbotenem eben dieses gemacht wird, also munter gemordet gestohlen und betrogen wird erscheint jeweils ein Dämon, der den Delinquenten zu seinem üblen Handeln zu verleiten scheint. Die Gebotsszenen, die das gute Verhalten illustrieren, wie die Eltern zu ehren oder den Feiertag zu heiligen, werden von einem Engel begleitet. In manchen Szenen kommen ein Dämon und ein Engel vor. Bei der Heiligung des Feiertages werden die Leute förmlich von einem recht streng blickenden Engel, der einen schwarzen, rot eingefassten Mantel über der weißen Albe trägt, in die Kirche gedrängt. Die Frau blickt mürrisch, der Mann ebenfalls, er hat sein Gesicht nochmals zurückgewendet und scheint sich zu fragen, ob er das richtige tut. Im Hintergrund ist ein Mann mit dem Pflügen des Ackers beschäftigt, er scheint Wichtigeres zu schaffen zu haben, als auf sein Seelenheil zu achten. Doch darum ist es schlecht bestellt, denn auf seiner Schulter sitzt ein Dämon. In der Szene, welche das achte Gebot illustriert wird ein einfach gekleideter Mann von einem Engel begleitet, er spricht wohl die Wahrheit. Ihm gegenüber steht ein modisch und teuer gekleideter Mann, der seine Aussagen mit einer doppelt besiegelten Urkunde zu belegen versucht. Doch die ist wohl gelogen, denn hinter ihm steht ein schuppiger Dämon mit großen Ohren, grauem Bart und Vogelfüßen. Dazwischen sitzt der Richter mit einem Buch und weiß nicht, wem er glauben soll. Dahinter ringt ein Mann verzweifelt seine Hände, ob er wohl Recht bekommen wird?

Glaubensinhalte werden mit historischen Personen verquickt

Ein Altarwerk, in das auch Porträts Eingang fanden, ist der Wittenberger Reformationsaltar Die Form dieses Altars steht in der Tradition der gotischen Flügelaltäre. Doch Formate und Gestaltung der Tafeln sprechen die Formensprache der Renaissance. Eine beinahe quadratische Mitteltafel wird von zwei hochrechteckigen Seitentafeln flankiert. Wäre nicht der ebenfalls mit einer Darstellung geschmückte Sockel, die Predella, so wirkte das Altarwerk wie ein Triptychon. Dargestellt sind die Sakramente der evangelischen Kirche. Die Mitteltafel zeigt das Abendmahl. Um einen runden Tisch haben sich Jesus und die Jünger versammelt. Diese kann man teilweise als Zeitgenossen Luthers identifizieren. Rechts vorne reicht ein Stehender einem der Sitzenden einen Becher. Dies soll ein Porträt Luthers als Junker Jörg, seine Tarnung während des Kirchenbannes, sein. Links davon leiht der Drucker Hans Lufft einem Jünger seine Gesichtszüge. Der Drucker verlegte die Luther-Bibel und viele seiner Schriften und war somit für die Verbreitung der  Reformation wichtig. In Hintergrund sieht man durch zwei Arkaden eine Landschaft mit einer Burg. Der linke Flügel zeigt nicht irgendeine Taufszene, Philipp Melanchthon selber nimmt die Taufe vor. Einer der beiden Paten soll Lucas Cranach d. Ä. sein. Im Vordergrund, zum Betrachter hin, haben sich festlich gekleidete Frauen eingefunden. Das Sakrament der Beichte wird am rechten Flügel ebenfalls durch eine zeitgenössische Persönlichkeit, den Stadtpfarrer Johannes Bugenhagen verkörpert. Der Beichtvater nimmt einem reuigen Mann die Beichte ab. Einem nicht bußfertig erscheinenden Man wird die Absolution anscheinend verweigert, er macht sich nach rechts aus dem Bild davon. Recht wohl scheint ihm bei der Sache nicht zu sein, seine Hände sind gefesselt und er wendet den Kopf nochmals zurück. Von hinten drängen an den hochlehnigen Stuhl des Pfarrers Menschen heran, von links Männer, von rechts Frauen. Die Beichte findet zwar in der Kirche, dort aber öffentlich statt. Im Gegensatz dazu steht die Ohrenbeichte in den anonymen Beichtstühlen der katholischen Kirche. Das querformatige Sockelbild zeigt Christus am Kreuz in der Mitte, flankiert von auf dem linken Bilddrittel zusammengedrängten Personen und ihnen gegenüber einem Prediger auf einer Kanzel. Die Predigt ist ein zentraler Inhalt des evangelischen Glaubens. Luther selbst wird hier dargestellt, der die Heilige Schrift auslegt. Unter den zum Gottesdienst versammelten Gläubigen befinden sich wieder Porträts. Katharina von Bora nimmt mit dem kleinen Sohn am Arm genauso an dem Gottesdienst teil, wie der Maler Lucas Cranach selbst. Die ganze Szene findet in einer Raumecke statt, deren Wände und Boden aus grau- beigen Steinen bestehen. Die halbrunde Kanzel ragt aus der rechten Wand. Die Figuren links wirken eigenartig zusammengedrängt, als hätten sie Angst oder Ehrfurcht vor der Christus- Erscheinung in der Mitte. Es ist interessant, wie die Glaubensinhalte hier durch Porträts berühmter Vertreter der Reformation lebendig gemacht werden.

Für das Porträt Luthers im Abendmahl gibt es eine Vorlage, Martin Luther als Junker Jörg, 1521 im Museum der bildenden Künste, Leipzig. Vor allem die Barttracht, der mächtige, gespaltene Backenbart, der die Mitte beinahe freilässt sticht ins Auge, er wirkt wie eine Verkleidung. Und das ist er ja auch, als Junker Jörg tauchte Martin Luther während der Zeit der Reichsacht unter. Ansonsten scheinen die Gesichtszüge im Abendmahl- Bild geglättet, geschönt. Wäre die Zuordnung nicht belegt, wäre der Porträtierte nur schwer identifizierbar. Selbst einen Betrachter, der die heute herrschende Bilderflut gewohnt ist, erstaunt die Fülle an Portraits, die uns von Martin Luther erhalten sind. Bei näherer Betrachtung kristallisieren sich einige Grundtypen heraus, aus denen sich weitere Bilder, vermutliche Kopien, herleiten. Fast alle Urtypen sind Teile von Doppelportraits. Entweder mit seiner Frau oder – man staune – mit Philipp Melanchthon.

Der asketische, barhäuptige junge Mann

Bartlos tritt uns Martin Luther in einem Doppelporträt mit Katharina von Bora 1526, in Hamburger Privatbesitz, entgegen. Vor dem blauen Hintergrund und in der schmucklosen schwarzen Kleidung wirkt das helle Gesicht des noch jungen Reformators beinahe asketisch. Dieser Eindruck wird durch die Andeutung von Bartstoppeln und dunkel umschattete Augen verstärkt. Links vom rötlich- braunem Haar Luthers ist sein Name in gelben Antiqua- Großbuchstaben eingetragen. Der Vorname ist dabei abgeteilt. Das Pendant zeigt vor demselben blauen Hintergrund Katharina von Bora, nunmehr verheiratete Frau Luther. Die gelben Blockbuchstaben ziehen sich diesmal über die ganze Breite des Bildes. Nach der damals üblichen Gepflogenheit ist der Nachname gegendert: Kattarina Lutterin, kann man lesen. Ihre Kleidung ist großteils dunkel, und betont die schlanke Figur der Frau. Ein rot- weißes Mieder und ein weißer Kragen kontrastieren mit dem schwarzen, vermutlich samtigen Stoff der Ärmel, die auch die Finger ihrer linken Hand freilassen. Ein Ring schmückt den Zeigefinger.  Das brunette, in der Mitte gescheitelte Haar ist streng zurückgekämmt und verschwindet fast völlig in einem schwarzen Haarnetz, das über der Stirn von einem roten Band gehalten wird. Die Frau blickt uns sehr selbstbewusst entgegen. Von diesem Porträt Luthers gibt es viele Kopien, die aber allesamt Unterschiede aufweisen. Das Bild in Eisach ist dem Vorbild am Ähnlichsten, vor allem was die Farbigkeit und Raumaufteilung betrifft. Was fehlt ist die Inschrift. Das Gesicht des Reformators ist zwar breiter und gedrungener, doch die Gesichtszüge vor allem um Wange und Kinn wirken auf den ersten Blick pointierter herausgearbeitet. Ein ebenfalls 1526 entstandenes Doppelporträt der Eheleute Luther stellt diese vor grünem Hintergrund dar. Das Paar hat sicher nur für eines der Doppelbildnisse Modell gesessen. Während die Porträts vor dem ebenfalls recht ungewöhnlichen Blauton noch sehr festlich wirken, so ist die Hintergrundsfarbe dieser Pendants sehr ungewöhnlich. Diese Farbe lässt leider fast jede hellhäutige Person ungesund wirken.  Das Porträt des Martin Luther ist eine beinahe exakte Kopie des Bildes in Eisenach. Der einzige Unterschied scheint der Hintergrund zu sein. Das Bild Katharinas weicht in einigen Details vom Vorbild ab. Die Komposition ist beinahe identisch, doch der Bildausschnitt ist etwas größer. Man sieht auch die rechte Hand der Frau, über die sie die Linke gelegt hat. Außerdem trägt sie hier auch am kleinen Finger einen Ring. Die Kleidung ist beinahe dieselbe, doch zwischen Oberkörper und ihrem linken Arm bleibt hier ein Spalt frei, dadurch wirkt der Oberkörper etwas aufrechter, im Bild mit dem blauen Hintergrund etwas nach vorne geneigt. Ein weiteres Detail ist anders: der schwarzgesäumte weiße Kragen wird von einer schmalen Schleife zusammengehalten. Das Gesicht weist zwar eindeutig die Züge der Lutherin auf, doch ihre linke Gesichtshälfte scheint nach oben verschoben und die Augen sind weniger lebendig dargestellt. Es gibt auch eine Anzahl ähnlicher Lutherporträts mit demselben grünen Hintergrund.

„Das“ Lutherporträt

Am bekanntesten ist wohl das Porträt von 1528, auch dieses ein Doppelbildnis mit der Ehefrau Diesmal ist der Maler wieder zu dem schmeichelhafteren Blau als Hintergrund zurückgekehrt. Vielleicht hat er es aber auch nie aufgegeben und die Porträts mit grünem Hintergrund sind allesamt Kopien? Luther trägt nun über seinem noch immer vollen Haar die Pastorenkappe, das schwarze Gewand ist gleich geblieben. Die Augen, die auf den vorigen Porträts in die Ferne blickten, scheinen nun den Betrachter zu fixieren. Doch der Blick hat nichts auf- oder Eindringliches, sondern wirkt eher zurückhaltend. Die Gesichtszüge sind etwas weicher und voller geworden. Dieses Lutherprorträt nun scheint wie eine Ikone immer wieder kopiert worden zu sein. Mit diesem Porträt hat Cranach beinahe eine Trademark von Luther geschaffen. Nicht diese Gemälde waren es, die das Bild von Luther in Windeseile verbreitet haben, sondern der Buchdruck, ein damals völlig neues Medium. Das weibliche Pendant, Katharina, trägt wieder ein eng anliegendes Mieder, aber die Hände sind nicht zu sehen. Der Hals wird von einem hautfarbenen Schleier bedeckt, der von beiden Seiten der weißen Haube hängt. Die Haube verdeckt alle Haare. Die feinsinnigen Gesichtszüge der Frau, ihre zart geschwungene, schmale Nase, der feinsinnig wirkende Mund, die scheinbar skeptisch hochgezogenen Augenbrauen sind uns bestens aus dem Porträt von 1526 bekannt.

Die beiden Reformatoren

Aus 1543 ist uns ein Doppelbild mit Philipp Melanchthon überliefert. Die beiden sind in ähnlicher Haltung und Kleidung einander zugewandt. Luther trägt wieder die schlichte, schwarze Kleidung und den Pastorenhut, seine „Markenzeichen“. Aus dem asketischen jungen Mann ist nun ein etwas gesetzter geworden. Nun blickt er wieder am Betrachter vorbei in die Ferne. Der Körper wirkt breiter, auch durch die Armhaltung. Nun sind auch die Hände zu sehen, die einen kleinen schwarzen Gegenstand halten. Ihm zugewandt ist Melanchthon in der gleichen Tracht, doch einer etwas anderen Kopfbedeckung dargestellt. Seine Hände sind ebenfalls zu sehen, doch er hat sie ineinandergelegt, sodass von seiner linken Hand nur der Daumen zu sehen ist. Das schmale, am Kinn spitz zulaufende Gesicht – der Eindruck wird durch den Spitzbart noch verstärkt- bildet einen Kontrast zum breiten, fleischigeren Gesicht Luthers. Luther wirkt hier gemütlich, gesetzt, selbstsicher. Melanchthon wirkt wacher, beinahe wachsam. Dieses Porträt wurde unzählige Male kopiert. Auch das Melanchthons diente als Vorlage für viele weitere Porträts.

Das neue, schnelle Medium

Besonders an den religiösen Werken Cranachs kann man erkennen, dass er Glaubensinhalte mit Personen verquickt. So wird der Glauben lebendig gemacht. Biblische Szenen, wie das Abendmahl schein bar in die Gegenwart verlegt, werden nachvollziehbar, für die damaligen Menschen erlebbar. Die Frömmigkeit der damaligen Zeit und die Zeit selber wurden immer eingebaut. Noch schneller als Gemälde verbreiteten sich graphische Druckwerke. Der Holzschnitt half bereits dabei, viele Abdrucke von einem Schnitt zu schaffen und zu verbreiten. Die Erfindung des Buchdruckes, das schnellere Setzen von Schriften mit beweglichen Lettern, erlaubten es, auch kurzlebigere Schriften, wie Flugblätter zu erzeugen, die gleich heutiger Werbepost die Haushalte überfluteten. Unzählige gedruckte Lutherporträts sind uns überliefert. Von den vielen Flugblättern sind nur ein kleiner Teil erhalten – und auch der ist noch beachtlich. Sowohl Luthers Schriften als auch die zentralen Figuren der Reformation verbreiteten sich für damalige Zeit in Windeseile.  Er nutzte wie kein anderer das neue Medium des Buchdruckes und Cranach war sein Reporter. Um einen ähnlichen Bekanntheitsgrad und eine ebenso schnelle Verbreitung in der heutigen Zeit erreichen wollen, so müsste man fotografieren oder posten.