Lebenslauf Bucer

Martin Bucer

Martin Bucer wurde am 11. November 1491 als Sohn des Claus und der Eva Butscher geboren. Er wurde im Kloster der Dominikaner in seiner Heimatstadt ausgebildet, 1517 kam er zum Studium ins Ordenshaus nach Heidelberg, wo er 1518 Martin Luther begegnete und ein Anhänger seiner Theologie wurde. 1521 verließ er den Orden. 1522 heiratete er die ehemalige Nonne Elisabeth Silbereisen. Bucer bekleidet dann eine Pfarrstelle in Landstuhl und wirkte von November 1522 bis April 1523 reformatorisch im elsässischen Weißenburg. 1523 wurde Bucer von der katholischen Kirche exkommuniziert und für vogelfrei erklärt, er fand Zuflucht in Straßburg. Bucer versuchte auch im Streit der Reformatoren um die Frage des Abendmahls zu vermitteln: Huldrych Zwingli vertrat die Auffassung, dass das Abendmahl nur eine Symbolhandlung sei, Luther hielt an einer der katholischen Lehre näherliegenden Auffassung fest, dass nämlich Christus in den Elementen von Brot und Wein real anwesend sei und sich den Gläubigen schenke. Auf vielen Reisen bemühte Bucer sich, die Parteien zu einer einheitlichen Formulierung zu bewegen. Nach gescheiterten Verhandlungen beim Augsburger Reichstag 1530 verfasste er sein eigenes Bekenntnis, die Confessio Tetrapolitana, das Glaubensbekenntnis der vier Städte Straßburg, Memmingen, Lindau und Konstanz. Nach Zwinglis Tod 1531 war Bucer Führer der oberdeutschen und schweizerischen Reformation; schon 1530 hatte er Luther auf der Veste Coburg besucht, um mit ihm eine Vereinigung der lutherischen und der oberdeutschen Reformation zu besprechen. Bucers großer Erfolg war dann die Mitarbeit an der Wittenberger Konkordie von 1536, damit führte er den von Zwingli beeinflussten südwestdeutschen Raum wieder an das Luthertum heran. Seine Losung war: Auf dass sie alle eins seien. So kämpfte er für die Einheit der Reformation und gegen die Spaltung in Reformierte und Lutheraner. Über das Elsass und Deutschland hinaus pflegte Bucer Verbindungen nach Italien, Böhmen, Dänemark, Schweden, Polen und bis nach Palästina und förderte die Reformation in Frankreich und England. Bucer war Vermittler zwischen den Konfessionen und Nationen, Vorkämpfer dessen, was wir heute unter Ökumene verstehen. Von herausragender Bedeutung ist Bucers Theologie für das Verhältnis von Kirche und Staat: Er versuchte, die Freiheit der evangelischen Kirche von der Obrigkeit zu bewahren bis hin zu freikirchlichen Ansätzen. Nach dem Tod seiner Frau 1541, die ebenso wie vier der fünf Kinder an der Pest starb, heiratete Bucer die Witwe von Wolfgang Capito, die ihm noch einmal zwei Kinder schenkte. 1549 musste er auf Druck des katholischen Kaisers Straßburg verlassen, weil er das Augsburger Interim ablehnte. Er folgte der Einladung von Erzbischof Thomas Cranmer, ging nach Cambridge, wo er einen Lehrstuhl erhielt, großen Einfluss auf die Theologie der noch jungen Anglikanischen Kirche und die Erstellung des Common Book of Prayer nahm und in seinem Werk „De Regno Christi“ (von der Regierung Christi) 1551 die Grundlage für das englische Staatskirchentum erarbeitete. Schon kurz danach starb Bucer am 1. März 1551 in Cambridge und wurde mit allen Ehren beigesetzt. Während der vorübergehenden Rekatholisierung in England unter Königin Maria wurde Bucer 1557 posthum zum Ketzer erklärt, seine Gebeine wurden zusammen mit seinen Schriften in Cambridge öffentlich verbrannt. 1560 wurde er durch Königin Elisabeth I. rehabilitiert.           Bild© Bucer © wikipedia