Daniel Strasser

Daniel Strasser

In Gleis übernahm im 16. Jahrhundert Hans Freiherr von Hofmann die Herrschaft. Er hatte auch die Vogteiherrschaft als Burggraf von Steyr inne. Er bekannte sich auch zum neuen Glauben. Nach dessen Sohn kam der wohlhabende Messerschmied Daniel Strasser aus Steyr, wo er auch zeitweise Bürgermeister war, durch ein Tauschgeschäft in den Besitz von Gleiss als Lehnsherr. Er war ein überzeugter Lutheraner und förderte den Protestantismus sehr und setzte in all seinen Pfarren Prädikanten ein, da er ja auf Grund des Augsburger Religionsfriedens als Grundherr die Religion in seinem Gebiet bestimmen konnte. In den Annalen des katholischen Schulmeisters Lindner finden wir dazu folgende Eintragung: „In Steyr schied in diesem Jahre jener reiche Daniel Strasser aus der Zahl der Lebenden, der vom Bischof von Passau Urban von Trenbach im Jahre 1578 das Herrschaftsgebiet Gleiss mit allem Zubehör,zum großen Schaden der katholischen Religion,um eine geringe Geldsumme, nämlich 28.000 Gulden, gekauft hatte. War er auch zu Lebzeiten ein verbissener Verteidiger der Religion Luthers und hatte er auch oft das Bürgermeisteramt verwaltet, so wollte oder konnte er in Steyr nicht begraben werden.“

Zu seinem Gebiet zählte Zell, Ybbsitz, Opponitz und St. Georgen am Reith wo er Prädikanten einsetzte. Zu dieser Zeit war die Gleisser Bevölkerung protestantisch. Laut Sterbebuch der Pfarre Zell ist die letzte Protestantin 1653 verstorben.

Die Wallfahrer, die zum Sonntagberg kamen, mussten über Strassers Gebiet. Er verbot das Betreten seines Grundes, um das Wallfahrten zu ver- und behindern. Zudem ließ Daniel Strasser angeblich durch evangelische Prädikanten in der Umgebung des Sonntagbergs die Bevölkerung derart gegen die katholischen Seelsorger aufhetzen, dass diese ihres Lebens nicht mehr sicher waren. Daniel Strasser bemächtigte sich mit Gewalt des Pfarrhofes der Pfarre Allhartsberg. Auf Grund dieses Vorfalles erwirkte Abt Christoph Held 1581 einen Befehl von Kaiser Rudolf II., den Strasser negierte. Daniel Strassers starb 1595 und sein Sohn Wolfgang übernahm seine Herrschaft und ging als „Katholikenhasser“ in die Geschichte ein. Die Chronik (von Sonntagberg) klagt 1620 laut Überlacker darüber, dass die Protestanten „wider allen Landfrieden und Religionsvergleich mit Helleparten, Stangen und geladenen Röhren, Pixen und Musketen aufegzogen, die hl. Kirchfahrt, Procession und Wallfahrt turbiert, geschrröckt und verspottet und zerstört, auch mich ( den Abt) samt meinem Konvent, da ich von der Kirche in mein Pfarrhöfel gehen wollen, umbstanden und in Leibs-und Lebensgefahr mit Zumuethung eines Raufhandels mit überzogenen Hehnen auf uns zielend umbzingelt und vorstanden.“ Während der strengen Rekatholisierung in Waidhofen blieb die Zell unter der Familie Strasser noch protestantisch und als Zufluchtsort für vertriebene Waidhofner Bürger erlebte sie einen wirtschaftlichen Aufschwung. Geschützt durch die Gleisser Herrschaft, war es den Protestanten möglich den Gottesdienst in Opponitz zu besuchen.