1518 – 1522

1518 – 1524 Eine besonders schaffensreiche Zeit Luther reagierte auf den Angriff der Kurie mit der Ausformung seiner religiösen Ansichten. „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ „An den christlichen Adel deutscher Nation“ „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ Diese Hauptschriften kamen durch das Medium des neuen Buchdrucks sehr rasch im Umlauf und werden europaweit verbreitet. Der junge Kaiser Karl V., selbst streng katholisch erzogen, der aus politischen Gründen auf die Unterstützung der Reichsfürsten hoffte, lud Luther zum Reichstag nach Worms und sicherte ihm freies Geleit zu. April 1521 Der Reichstag zu Worms Anfang April begab sich Luther auf den Weg nach Worms. Er wurde in den Städten Erfurt, Gotha und Eisennach, wo er überall auch predigte, enthusiastisch aufgenommen. Am Reichstag in Worms erschien er zweimal vor dem Kaiser, verhielt sich sehr geschickt, klug und sachlich. So hat man sein Auftreten beschrieben. Seine Rede schloss er mit den Worten: „….so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“ Der Kaiser verhängte die Reichsacht über Luther. Er war „vogelfrei“. Auf dem Heimweg wurde Luther von seinen Beschützern entführt und auf die Wartburg gebracht, wo er als Junker Jörg lebte und das „Neue Testament“ ins Deutsche übersetzte.

1522 Wieder in Wittenberg Während des Aufenthalts auf der Wartburg, plagten Luther Ängste und Depressionen und die Reformationsbewegung schritt weiter. Seine Mitstreiter in Wittenberg – Bugenhagen und Justus Jonas –  halfen ihm organisatorisch. Melanchthon veröffentlichte das Werk „Loci communes“ und schafft damit die erste Formulierung der lutherischen Lehre. Es gab große Unruhen, Bilderstürmer und Hassprediger wie z.B. Karlstadt. Auf Weisung dieser reformatorischer Theologen und der zum neuen Glauben übergetretenen Obrigkeit wurden Kunstwerke mit Darstellungen Christi und der Heiligen aus den Kirchen entfernt. Luther kehrte daraufhin nach Wittenberg zurück, um Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Er war gegen das Zerstören der Kunstwerke. Das „Septembertestament“, die neue Übersetzung des Neuen Testamentes von Luther, erschien in einer Auflage von 3000 Stück und war bald ausverkauft. Daraufhin wurde das „Dezembertestament“ in Auftrag gegeben. Luther legt 1524 die Mönchskutte ab.

Freiheit eines Chtristenmenschen und „Septembertestament“ © www.wikipedia.at