1517 – 1520

1517 Gegen Missbräuche Als Prediger und Beichtvater in der Stadtpfarrkirche sieht er sich dem Phänomen des Freikaufens von den Sünden konfrontiert. Aufgrund seiner vielen Schriften und den humanistischen Gepflogenheiten ändert er seinen Namen von Luder auf Luther, abgeleitet vom griechischen Namen Eleutherius – der Freie – wie es unter Humanisten üblich war. Der vom Papst mit dem Ablassverkauf betraute Erzbischof Albrecht von Brandenburg beauftragte den Dominikanermönch Johann Tetzel mit dem Amt des Ablasspredigers. Luther setzte gegen den Ablasshandel 95 Thesen auf. Diese wurden der Legende nach am 31.Oktober 1517 angeschlagen, wahrscheinlich, wie es in der Universität üblich war, zur Disputation. Sicher ist, dass Martin Luther einen Brief an den Erzbischof Albrecht von Magdeburg schrieb und die 95 Thesen beifügte. Jedoch bereits Ende des Jahres sind Drucke der Thesen in Leipzig, Nürnberg und Basel im Umlauf. So nimmt alles seinen Lauf.

1518 Auswirkungen der Thesen Eine Eigendynamik entwickelte sich durch das Bekanntwerden der Thesen. Teils stürmische Zustimmung seitens humanistischer Gelehrte und einiger Fürsten, aber auch völlige Ablehnung der Kirche. Friedrich der Weise vermittelt ein Treffen mit Kardinal Thomas Cajetan in Augsburg. Es kam nicht zur gewünschten Diskussion, denn Cajetan hat den Auftrag, Luthers Widerruf zu erreichen. Der Ketzerprozess wurde in Rom eingeleitet, ruhte jedoch wegen des Todes Kaiser Maximilians I. Melanchthon kam an die Universität Wittenberg. Johann Eck empfahl sich durch seinen Bericht von der Leipziger Disputation und sein Werk De Primatu Petri der päpstlichen Kurie als „Lutherspezialist“. Er reiste nach Rom und war wesentlich an der Abfassung der Bannandrohungsbulle Exsurge Domine von 1520 beteiligt. Papst Leo X. ernannte ihn zum Apostolischen Protonotar und zum päpstlichen Nuntius. Eck sollte für die Verbreitung der Bulle in Deutschland sorgen, was er auch tat, nicht ohne die Bulle durch die Nennung weiterer Namen neben Luther zu ergänzen.

1520 Verbrennung der Bannandrohungsbulle Luther wurde mit einer Bannandrohungsbulle aufgefordert seine Lehren zu widerrufen. Er verbrennt diese Bulle am 20.Dezember 1520.

 

 

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